Dieter Borst
geboren am 12. Mai 1950
gestorben am 24. Juni 2026
"Auf ins neue Abenteuer! Setz' die Segel" sagte Dieter Borst, um seine letzte Reise anzutreten. Um seinen innigsten Wunsch zu erfüllen, noch einmal unter Segeln auszulaufen, bevor er seiner schweren Krankheit unterliegt, um in den Armen seiner Liebe friedlich und glücklich diese Welt zu verlassen, war mir sehr wichtig und eine große Ehre. 🙏♥️
In diesem Moment bewies er nochmals seine Charakterstärke, in dem er so lange durchhielt, bis die Yacht mit ihm an Bord ablegte und er die weißen Segel über sich sah und die Wellen unter sich spürte, verabschiedete er sich mit den Worten "Ich liebe Dich, mach's gut!" und schloss seine Augen für immer.
Der international bekannte Künstler und Sculpteur Ritter Dieter Borst 12.5.1950 - 24.6.2026, Künstlername und Signatur "bo", der mit seinen Werken die Kunstwelt eroberte, wird von uns allen sehr vermisst und wir wünschen ihm eine gute Reise, wohin sie ihn auch führt.
Der in Deutschland und auf Gran Canaria lebende und wirkende Maler und Skulpteur Dieter Borst war ein Künstler, der nicht einfach Formen fand, sondern ihnen widersprach. In seiner Kunst ging es nie um das Abbilden der sichtbaren Welt, sondern um das, was darunter arbeitet: Linien als Erinnerung, Strukturen als Widerhall, Farbe als Atmosphäre. Wo andere Harmonie glätten wollten, ließ er das Unruhige stehen—und machte gerade dadurch das Wesentliche spürbar.
Sein Blick war wach und zugleich unbestechlich. Arte Informel, das war bei ihm kein Etikett, sondern Haltung: eine konsequente Hinwendung zum Prozess, zum Unbewussten, zum Moment, in dem die Hand schneller wird als der Gedanke. Man sah, wie sorgfältig er reduzierte—wie er sich von allem löste, was nur dekorativ gewesen wäre. Technik war dabei nicht bloß Mittel zum Zweck, sondern Teil einer inneren Logik: vom ersten Impuls bis zur letzten Entscheidung.
Dieter Borst hatte eine besondere Art, mit Verlust umzugehen. Als ihm 2007 alles genommen wurde, als das Atelier und die Ordnung des Schaffens mit einem Schlag verschwanden, war danach nichts mehr wie zuvor—und doch malte er weiter. In dieser Fortsetzung lag Würde. Seine Werke wurden danach tiefer, nicht als Geste, sondern als Konsequenz. Sie trugen fortan mehr Stille und mehr Spannung zugleich, mehr Nachklang, der nicht endet, sobald der letzte Strich gesetzt ist.
Was Dieter Borst hinterlässt, sind nicht nur Arbeiten, sondern eine Ermutigung: Kunst darf roh sein, darf widerständig wirken, darf sich verändern, darf Spuren tragen. Sie muss nicht erklären, um wahr zu sein. Seine Kunst spricht leise und zugleich unüberhörbar—wie eine Linie, die man zunächst übersieht und die dann plötzlich alles verbindet.
Wir verlieren mit Dieter Borst einen Menschen, der seiner inneren Notwendigkeit gefolgt ist. Und wir gewinnen—für lange Zeit—Bilder, die bleiben, auch wenn der Maler fehlt: Werke, die nicht nur angesehen, sondern durchlebt werden wollen.